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Die St.-Bernhard-Kirche in Angelmodde

sparsamer Kirchbau mit reichlich Kirchenkunst

St. Bernhard an der Höftestraße in Angelmodde besitzt einen Campanile, einen steilen kantigen Turm aus hellem Beton. Direkt an der Straße stehend kann er kaum übersehen werden. Wie St. Ida entstand auch die St.-Bernhard-Pfarre in einem weithin unbebauten ländlichen Wald- und Heidegebiet. Dort wuchs nach dem Zweiten Weltkrieg schnell eine Gemeinde heran. Der Mangel in der Nachkriegszeit verzögerte jedoch einen Kirchenbau. Die Entscheidung fiel am 20. August 1953, dem 800. Todestag des Zisterzienserabtes und Kirchenlehrers Bernhard von Clairvaux (geboren um 1090). Aus dem Neubaugebiet kam großzügige Hilfe durch Gebet, Handleistungen und Geld, doch erst nach fast zwei Jahren Bauzeit konnte der damalige Weihbischof Heinrich Tenhumberg 1959 Kirche und Altar konsekrieren. Aus dem von St. Agatha aus gegründeten Rektorat St. Bernhard wurde 1966 eine selbstständige Pfarre in dem Gebiet zwischen Albersloher Weg und Werse, Paul-Engelhard-Weg und Emmerbach. Von Anfang an hieß die Auflage Einfachheit und Sparsamkeit. Die nüchterne Saalkirche in den Ausmaßen 35 mal 14 Meter bietet Platz für 300 Besucher und verwirrt ein wenig durch eine Besonderheit: der Altar steht im Norden der Kirche! An Bau und Ausstattung wirkten vor allem heimische Künstler zusammen: der Architekt Bernhard Tönies, Angelmodde und der Bildhauer Heinz-Gerd Bücker, Vellern (Taufstein und Altar). An die Stelle seines großen Kruzifixes, das jetzt in der Werktagskapelle hängt, kam ein im Kunsthandel erworbener gotischer Corpus Christi.

Zur Eigenart der St.-Bernhard-Kirche gehört, dass ihr von Sparsamkeit und Einfachheit bestimmter Bau zu zahlreichen Veränderungen und vor allem zu vielen künstlerischen Bereicherungen führte. Das sollte die „münsterländisch geprägte schlichte (Tenne) und zugleich von Kriegserfahrung geläuterte, demütige (Stall von Bethlehem) Architektur“ ermöglichen.

Der „Zweckbau“ regte zu manchen Aktivitäten der Gemeinde und künstlerischen Ideen an. So besitzt die Kirche einen Kreuzweg von Tisa von der Schulenburg. Ein Schüler von Vinzenz Pieper, der heute hoch angesehene Glaskünstler Professor Johannes Schreiter entwarf mehrmals eindrucksvolle Fenster für den bisher nur einfach verglasten Raum. Gegenwart und Vergangenheit wurden verbunden nicht nur in dem gotischen Corpus Christi, sondern auch mit den Glocken im Turm. Eine, 1711 gegossen, hing bis 1944 in Polsnitz, Kreis Waldenburg, die 1491 gegossene Marienglocke stammt aus Langneundorf (ebenfalls Schlesien). Die kleinste und jüngste der Glocken wurde 1925 in der Glockengießerei Petit und Edelbrock in Gescher gegossen und von einer Familie geschenkt. Die Gemeinde St. Bernhard kann inzwischen auf mehr als 50 Jahre zurückblicken. Weit über das eigene Gemeindegebiet hinaus unterstützt St. Bernhard soziale Einrichtungen in Peru und Bolivien.

Sakristan in der St.-Bernhard-Kirche

Arne Tigges
Tel. 0251 6098276
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tigges-a(at)bistum-muenster.de